1. Allgemeine Grundsätze

1.1 Würde und Menschenrechte

Alle Fachkräfte und Mitarbeitenden der Clínica Synaptica achten und schützen die jedem Menschen innewohnende Würde und erkennen an, dass die Menschenrechte allen Menschen ohne jeden Unterschied zustehen – auch Menschen mit psychischen Erkrankungen.
Dazu gehört die Achtung der Autonomie, der Gleichheit, der persönlichen Freiheit und der Nichtdiskriminierung.

1.2 Autonomie und informierte Einwilligung

Patientinnen und Patienten haben das Recht, über ihre Versorgung, ihre Behandlungen und ihre Teilnahme an klinischen Verfahren selbst zu entscheiden.
Vor jeder Intervention erhalten sie vollständige, verständliche und zugängliche Informationen über Diagnose, Behandlungsmöglichkeiten, Risiken und Alternativen, und es wird eine gültige und dokumentierte informierte Einwilligung eingeholt.
Ohne informierte Einwilligung wird keine Intervention durchgeführt – außer unter klar definierten gesetzlichen Voraussetzungen, die dies erlauben.

1.3 Fürsorge und Nichtschaden

Die Fachkräfte verpflichten sich, stets zum Wohl der Patientinnen und Patienten zu handeln und Schaden zu vermeiden.
Jede Intervention muss sich auf aktuelle wissenschaftliche Kriterien stützen, umsichtig und dem klinischen Fall angemessen sein, mit besonderem Augenmerk auf Sicherheit und Wohlbefinden.

1.4 Gerechtigkeit und Nichtdiskriminierung

Die Clínica Synaptica setzt sich für gerechten Zugang und gleiche Qualität der Versorgung ein – ohne jegliche Diskriminierung aufgrund von Alter, Geschlecht, ethnischer Herkunft, sexueller Orientierung, Geschlechtsidentität, Kultur, Sprache, Behinderung oder anderer persönlicher oder sozialer Faktoren.

2. Vertraulichkeit und Schutz der Privatsphäre

2.1 Datenschutz

Patientinnen und Patienten haben ein Recht auf Privatsphäre und Vertraulichkeit aller im klinischen Kontext gewonnenen Informationen.
Personenbezogene und klinische Daten werden streng vertraulich und im Einklang mit den geltenden Datenschutzvorschriften verarbeitet.

2.2 Ethische Ausnahmen

Die Vertraulichkeit darf nur in gesetzlich vorgesehenen Fällen eingeschränkt werden (ernsthafte Gefahr für die Patientin bzw. den Patienten oder Dritte, gesetzliche Pflicht usw.) und stets unter Wahrung der Grundsätze der Verhältnismäßigkeit und Erforderlichkeit.

3. Respekt, Empowerment und Kampf gegen Stigmatisierung

3.1 Menschlicher Respekt

Alle Fachkräfte begegnen jeder Patientin, jedem Patienten und allen Angehörigen mit Respekt, Empathie und Würde, erkennen die Einzigartigkeit jeder Lebensgeschichte an und vermeiden stigmatisierende Urteile.

3.2 Inklusion und aktive Beteiligung

Die Clínica Synaptica fördert die aktive Beteiligung der Person an ihrem Behandlungs- und Genesungsprozess und stärkt Verständnis, Selbstbestimmung und Selbstfürsorge.

3.3 Kampf gegen Diskriminierung

Ausdrücklich untersagt sind alle Verhaltensweisen, Praktiken oder Formulierungen, die in einem Versorgungs- oder Gemeinschaftskontext zur gesellschaftlichen Stigmatisierung, Vorverurteilung oder Ausgrenzung von Menschen mit psychischen Erkrankungen beitragen.

4. Berufliche Beziehungen und ethische Verantwortung

4.1 Fachliche Kompetenz

Die Fachkräfte bilden sich angemessen fort und halten ihr Wissen und ihre Kompetenzen auf dem neuesten Stand, um eine evidenzbasierte Versorgung sicherzustellen.

4.2 Integrität und Unabhängigkeit

Verlangt wird ein integres berufliches Verhalten ohne Interessenkonflikte, betrügerische Praktiken, Verfälschung von Ergebnissen oder Missbrauch der beruflichen Stellung zum eigenen Vorteil jeglicher Art.

4.3 Respekt unter Kolleginnen und Kollegen

Die Beziehungen zwischen den Berufsgruppen beruhen auf gegenseitigem Respekt, interdisziplinärer Zusammenarbeit und der Anerkennung der eigenen und fremden Kompetenzen.

5. Menschliche Versorgung und Versorgungsqualität

5.1 Angemessene Versorgung

Der therapeutische Ansatz muss individuell sein und die Werte, Überzeugungen und den Lebenskontext jeder Person respektieren, stets mit dem Ziel des besten Gleichgewichts zwischen Wirksamkeit und Wohlbefinden der Patientin bzw. des Patienten.

5.2 Kontinuierliche Evaluation

Die Clínica Synaptica führt Mechanismen zur kontinuierlichen Evaluation der Versorgungsqualität ein und erhebt dazu Rückmeldungen von Patientinnen, Patienten und Angehörigen sowie Prozess- und Ergebnisindikatoren zur stetigen Verbesserung.

6. Soziale Rechte und umfassende Unterstützung

6.1 Zugang zu Informationen und externen Ressourcen

Die Klinik stellt Informationen über gemeindenahe Angebote, soziale Rechte und verfügbare Unterstützungsmöglichkeiten bereit und fördert so die Integration, die Selbstständigkeit und die soziale Teilhabe der behandelten Person.

7. Forschung und ethische Ausbildung

Gefördert wird die Teilnahme an klinischer Forschung und evidenzbasierter Praxis, stets unter Einhaltung strenger ethischer Standards und unter Achtung von Autonomie, Vertraulichkeit und informierter Einwilligung in der Forschung.

8. Aufsicht, Beschwerden und ethische Sanktionen

8.1 Internes Ethikgremium

Die Klinik verfügt über ein formelles Verfahren zur Aufsicht und zur Lösung ethischer Konflikte, das Folgendes gewährleistet:

8.2 Schutz von Hinweisgebenden

Wer ethische Fragen aufwirft oder Rechtsverletzungen meldet, wird geschützt und muss keine Repressalien befürchten.

9. Überprüfung der Einhaltung ethischer Standards

Dieser Ethikkodex wird regelmäßig überprüft, um seine Übereinstimmung mit den geltenden Vorschriften, dem wissenschaftlichen Fortschritt und den besten ethischen Praktiken in der psychischen Gesundheitsversorgung sicherzustellen.

10. Grundlegende Referenzen (für Auslegung und Weiterentwicklung)

Dieser Kodex orientiert sich an allgemein anerkannten Grundsätzen aus: