Mit der Weiterentwicklung der Behandlung psychischer Erkrankungen rücken psychedelikagestützte Therapien mit Substanzen wie Ketamin und Psilocybin zunehmend in den Fokus, da sie Potenzial bei Erkrankungen wie Depression, Angst und Traumafolgen zeigen. Dieser Artikel der Clínica Synaptica in Barcelona (Spanien) beleuchtet die Unterschiede zwischen der Ketamintherapie und der Psilocybintherapie und konzentriert sich dabei auf Wirkmechanismen, therapeutische Anwendungen, Rechtslage, Sicherheitsprofile und Erfahrungen der Patientinnen und Patienten – auf Grundlage aktueller Forschungsergebnisse und klinischer Perspektiven.
Rechtslage und Zugänglichkeit
Der rechtliche Status von Ketamin und Psilocybin beeinflusst maßgeblich, wie zugänglich sie sind. Ketamin ist im klinischen Umfeld legal für die zulassungsüberschreitende Anwendung (Off-Label-Use) zur Behandlung psychischer Erkrankungen verfügbar. Sein Abkömmling Esketamin (Spravato) wurde 2019 von der EMA (Europäische Arzneimittel-Agentur) für die therapieresistente Depression zugelassen und wird wegen möglicher Nebenwirkungen wie Dissoziation und Sedierung unter strenger ärztlicher Aufsicht verabreicht. Ketamin kann als intravenöse Infusion (i.v.), intramuskuläre Injektion (i.m.), Nasenspray oder in Tablettenform verabreicht werden und ist daher in zertifizierten Kliniken breit verfügbar. In der Clínica Synaptica bieten wir i.m. verabreichtes Ketamin an, da wir die psychedelische Erfahrung als grundlegenden Bestandteil des Prozesses betrachten.
Psilocybin, der psychedelische Wirkstoff der sogenannten Zauberpilze, ist in Spanien als illegale Substanz eingestuft. Seine Verwendung ist daher außerhalb offizieller klinischer Studien oder entkriminalisierter privater Kontexte nicht erlaubt. Das Fehlen einer breiten Legalisierung schränkt die Verfügbarkeit von Psilocybin ein, wenngleich laufende Forschung und regulatorische Veränderungen den Weg für eine breitere therapeutische Anwendung ebnen.
Wirkmechanismen
Ketamin und Psilocybin wirken über unterschiedliche pharmakologische Wege, was ihre therapeutischen Effekte prägt. Ketamin, ein 1962 entwickeltes synthetisches dissoziatives Anästhetikum, wirkt vor allem auf das glutamaterge System des Gehirns, indem es NMDA-Rezeptoren blockiert. Dadurch steigt der Glutamatspiegel, was die Neuroplastizität fördert und depressive Symptome sowie suizidale Tendenzen rasch lindern kann. Seine Wirkung wird häufig als vorübergehende Loslösung von der Realität beschrieben; dieser dissoziative Zustand kann neue Perspektiven auf emotionale Herausforderungen eröffnen.
Psilocybin, eine natürlich vorkommende psychedelische Verbindung in bestimmten Pilzen, wird im Körper zu Psilocin verstoffwechselt, das als Agonist an Serotoninrezeptoren wirkt, insbesondere an den 5-HT2A- und 5-HT2C-Rezeptoren. Es ahmt damit Serotonin nach und verändert Wahrnehmung, Stimmung und Kognition. Obwohl beide Substanzen über diese unterschiedlichen Wege wirken, geht man davon aus, dass sie die Neuroplastizität steigern, emotionale Offenheit fördern und eine introspektive, spirituell reichhaltige Erfahrung erleichtern.
Therapeutische Anwendungen
Sowohl Ketamin als auch Psilocybin haben sich bei der Behandlung psychischer Erkrankungen als vielversprechend erwiesen, insbesondere bei therapieresistenter Depression (TRD), Angststörungen und traumabezogenen Störungen. Ketamin wurde wegen seiner schnell einsetzenden antidepressiven Wirkung, die mitunter innerhalb weniger Stunden Linderung verschafft, umfassend untersucht. Damit ist es eine wertvolle Option für Menschen mit akuten Suizidgedanken oder einer Major Depression. Es wird auch bei chronischen Schmerzen und Substanzgebrauchsstörungen eingesetzt; die Wirkung hält nach einer einzigen Dosis häufig bis zu einer Woche an.
Psilocybin wurde dagegen vor allem bei Depression und Angst am Lebensende untersucht; Studien zeigen anhaltende positive Veränderungen von Stimmung und Kognition, die nach einer einzigen Sitzung Monate andauern können. Beide Substanzen können emotionale Durchbrüche fördern und sind daher bei Erkrankungen wie der Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS), der Zwangsstörung und Suchterkrankungen wirksam. Aufgrund seiner Legalität und einfacheren Anwendung liegt für Ketamin jedoch mehr Evidenz zum Einsatz bei diesen weiteren Erkrankungen vor.
Sicherheit und Nebenwirkungen
Ketamin und Psilocybin weisen bei Anwendung in kontrollierten Settings günstige Sicherheitsprofile auf, bergen jedoch unterschiedliche Risiken. Zu den Nebenwirkungen von Ketamin gehören ein Anstieg des Blutdrucks, Veränderungen der Herzfrequenz und in seltenen Fällen Übelkeit. Langfristiger oder missbräuchlicher Freizeitkonsum kann zu Blasenproblemen oder kognitiven Beeinträchtigungen führen, und sein Gewöhnungspotenzial erfordert eine sorgfältige Überwachung. Ketamin beeinträchtigt jedoch die Atemfunktion nicht und ist daher für die ärztlich überwachte Anwendung sicher.
Psilocybin macht nicht abhängig und hat eine geringe Toxizität, seine psychischen Wirkungen können jedoch intensiv sein und Angst oder schwierige Erfahrungen auslösen, insbesondere bei Menschen mit Schizophrenie oder anderen psychotischen Störungen in der Vorgeschichte. Zu den körperlichen Nebenwirkungen können Übelkeit, erweiterte Pupillen sowie Veränderungen von Herzfrequenz oder Blutdruck gehören.
Erleben und Ablauf der Sitzungen
Das therapeutische Erleben unterscheidet sich bei Ketamin und Psilocybin deutlich. Ketaminsitzungen dauern zwischen 30 und 150 Minuten und finden in der Regel in einem klinischen Umfeld mit geringem Vorbereitungsaufwand statt. Patientinnen und Patienten können einen dissoziativen Zustand erleben, der oft als Gefühl der Distanz oder der Einheit beschrieben wird; die Wirkung setzt innerhalb von 10 Minuten ein. Die Erholung nach der Sitzung erfolgt rasch, sodass die normalen Aktivitäten innerhalb weniger Stunden wieder aufgenommen werden können.
Die Psilocybintherapie dauert zwischen 4 und 8 Stunden und erfordert ein strukturiertes Setting mit Vorbereitungs- und Integrationsphasen. Die Erfahrung umfasst häufig lebhafte visuelle Bilder, emotionale Selbsterkundung und ein Gefühl der Verbundenheit; die Wirkung setzt nach 20–40 Minuten ein und erreicht nach etwa 60–90 Minuten ihren Höhepunkt.
Die passende Therapie wählen
Die Entscheidung zwischen Ketamin- und Psilocybintherapie hängt von den individuellen Bedürfnissen, dem Gesundheitszustand und den Behandlungszielen ab. Ketamin eignet sich besonders für Menschen, die in einem kontrollierten medizinischen Umfeld Linderung bei akuter Depression oder Suizidgedanken suchen. Die kürzere Dauer und der rechtliche Status machen es für eine zeitnahe Intervention leichter zugänglich. Psilocybin setzt derzeit den Zugang zu forschungsbasierten Settings wie klinischen Studien voraus.
Ketamin und Psilocybin stehen für vielversprechende neue Wege in der Behandlung psychischer Erkrankungen, da sie bei Erkrankungen wie Depression, Angststörungen und PTBS rasch einsetzende und tiefgreifende Wirkungen bieten können. In der Clínica Synaptica legen wir Wert auf informierte Entscheidungen und professionelle Begleitung, damit diese Therapien sicher und wirksam angewendet werden. Wir sind überzeugt, ein ideales Umfeld zu bieten, um den größtmöglichen Nutzen aus der ketamingestützten Psychotherapie zu ziehen, und hoffen, dass dieses transformierende Angebot in ganz Spanien und Europa breiter verfügbar wird.
Wenn Sie wissen möchten, ob eine ketamingestützte Psychotherapie für Sie infrage kommt, beraten wir Sie gern in der Clínica Synaptica in Barcelona (Spanien). Mehr über unsere psychedelikagestützte Therapie.



