Behandlung der therapieresistenten Depression in Barcelona (Spanien): wenn nichts anderes hilft

Luftaufnahme einer Straße, die durch einen dichten Wald führt
Joan Obiols
Verfasst vonJoan ObiolsÄrztlicher Direktor. Professor für Psychiatrie und Pionier der transkulturellen Psychiatrie.Mitglied der · Col·legi de Metges de Barcelona · Nr. 8580
Inhalt geprüft vom Team derClínica Synaptica

Was ist eine therapieresistente Depression?

Die therapieresistente Depression ist eine Form der Depression, bei der sich die Symptome trotz mehrerer Behandlungsversuche nicht wesentlich bessern. Obwohl die psychische Gesundheit immer mehr Aufmerksamkeit erhält, bestehen in diesem Bereich nach wie vor erhebliche Versorgungslücken – besonders im öffentlichen Gesundheitssystem Spaniens, wo der Zugang zu Fachleuten oft mit langen Wartezeiten verbunden ist. In der Clínica Synaptica in Barcelona (Spanien) behandeln wir Menschen, bei denen die bisherigen Therapien nicht ausreichend geholfen haben.

Klinisch spricht man von einer therapieresistenten Depression (englisch abgekürzt TRD, treatment-resistant depression), wenn eine Person auf mindestens zwei verschiedene, ausreichend lange durchgeführte antidepressive Behandlungen nicht angemessen anspricht. Das betrifft etwa 30 % der Menschen mit einer Major Depression.

Zu den gängigsten Behandlungen gehören selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) sowie Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SNRI). Bei einer therapieresistenten Depression reichen diese Ansätze jedoch unter Umständen nicht aus.

Symptome und Folgen einer therapieresistenten Depression

Eine therapieresistente Depression kann sich durch anhaltende Symptome äußern, zum Beispiel:

  • lang anhaltende gedrückte Stimmung
  • Mangel an Energie oder Antrieb
  • Todesgedanken oder Suizidgedanken
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • Schlafprobleme
  • Interessenverlust an alltäglichen Aktivitäten

Manche Patientinnen und Patienten erleben zwar eine leichte Besserung, erreichen aber keine vollständige Remission. Diese Restsymptomatik kann die Lebensqualität stark beeinträchtigen und das Risiko einer Chronifizierung erhöhen.

Hinzu kommt, dass das erfolglose Ausprobieren mehrerer Behandlungen zu Frustration und emotionaler Erschöpfung führen und sich erheblich auf das private und berufliche Umfeld auswirken kann.

Behandlungsmöglichkeiten bei therapieresistenter Depression

Trotz aller Schwierigkeiten gibt es verschiedene Strategien zur Behandlung der therapieresistenten Depression. Entscheidend ist die Begleitung durch eine Fachperson für psychische Gesundheit, die jeden Fall individuell beurteilt.

Anpassung der Medikation und Psychotherapie

In vielen Fällen besteht der erste Schritt darin,

  • die Dosis des Antidepressivums anzupassen,
  • das Medikament zu wechseln oder
  • verschiedene Medikamente zu kombinieren.

Dabei ist zu bedenken, dass Antidepressiva mehrere Wochen brauchen können, bis sie wirken. Außerdem spielt die Psychotherapie als Ergänzung zur medikamentösen Behandlung eine zentrale Rolle.

Moderne Therapieverfahren

In den letzten Jahren haben sich wirksame Alternativen bei therapieresistenter Depression etabliert, etwa:

  • die transkranielle Magnetstimulation (TMS)
  • die Vagusnervstimulation (VNS)

Diese Verfahren können besonders hilfreich sein, wenn herkömmliche Behandlungen nicht wirken.

Psychedelikagestützte Psychotherapie

Einer der vielversprechendsten Bereiche in der Behandlung der therapieresistenten Depression ist die psychedelikagestützte Psychotherapie, etwa mit Psilocybin oder Ketamin. Auch andere Substanzen wie 5-MeO-DMT oder Lachgas werden erforscht.

Verschiedene aktuelle Studien deuten darauf hin, dass diese Substanzen, im kontrollierten klinischen Rahmen eingesetzt, depressive Symptome verringern, Veränderungen von Denkmustern erleichtern und die Verarbeitung tiefer emotionaler Erfahrungen unterstützen können.

In manchen Fällen, etwa bei Ketamin, müssen andere Behandlungen nicht unterbrochen werden, was die Einbindung in den therapeutischen Prozess erleichtert.

Wichtige Faktoren für die Genesung

Eine therapieresistente Depression hängt nicht allein von biologischen Faktoren ab. Auch chronischer Stress, der Lebensstil und das soziale Umfeld spielen eine wichtige Rolle.

Gesunde Gewohnheiten können daher die Wirkung der Behandlungen verstärken:

  • regelmäßige Bewegung
  • ein stabiler Schlafrhythmus
  • Entspannungstechniken (Meditation, Yoga)
  • soziale Unterstützung
  • weniger Alkohol

Diese Veränderungen ersetzen keine klinische Behandlung, sind aber eine wesentliche Stütze auf dem Weg der Genesung.

Fazit: Lässt sich eine therapieresistente Depression überwinden?

Die therapieresistente Depression ist eine komplexe Herausforderung, doch das bedeutet nicht, dass es keine Lösungen gibt. Dank der Fortschritte in der Psychiatrie und Psychotherapie stehen heute mehr Möglichkeiten zur Verfügung als je zuvor.

Mit einem ganzheitlichen Ansatz, der medizinische Behandlung, psychologische Unterstützung und Veränderungen des Lebensstils verbindet, gelingt es vielen Menschen, ihre Lebensqualität deutlich zu verbessern. Sich fachkundige Hilfe zu suchen und dranzubleiben, ist entscheidend, um die passende Behandlung zu finden. Deshalb setzen wir in der Clínica Synaptica innovative Behandlungen wie die ketamingestützte Psychotherapie ein, die Menschen neue Hoffnung geben können, denen andere Wege bisher nicht geholfen haben.  

Literatur

https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0165178124001719#:~:text=Psychedelics%20may%20reduce%20negative%20mood,and%20post%2Dtraumatic%20stress%20disorder.

https://www.elespanol.com/invertia/observatorios/sanidad/20220522/espana-mental-invierte-europa-psicologos-sanidad-publica/672183163_0.html

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC6982454/pdf/ndt-16-221.pdf

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/36112599/

Wenn Ihre Depression trotz mehrerer Behandlungsversuche anhält, beraten wir Sie in der Clínica Synaptica in Barcelona (Spanien) gern zu den Möglichkeiten einer ketamingestützten Psychotherapie. Mehr über unsere Depressionsbehandlung.

Verschlagwortet mit